Wirtschaftsverband 100 Prozent Erneuerbare Energien

Wirtschaftsverband 100 Prozent Erneuerbare Energien

Newsletter Juli -2013

Inhalt

  • Editorial
  • Bericht von der Podiumsdiskussion zur Bundestagswahl: Energiewende in Gefahr?!
  • Bericht von der Energietour Spezial: Lithium-Ionen Batterien und PV-Strom
  • Erfolg vor Gericht!
  • Neue Assistenz der Geschäftsführung
  • Terminkalender

Liebe Mitglieder und Freunde des Unternehmensnetzwerks 100 Prozent,

während die Energiewende von Peter Altmaier, Philipp Rösler und ihren Kabinettskollegen Woche für Woche in Frage gestellt und aktiv bekämpft wird, tut sich in der Region Erfreuliches: Der WEE begrüßt die Entscheidung der Region Freiburg, sich zur 100 %-Erneuerbare-Energien-Region zu entwickeln. Nicht zuletzt auf Anregung des Wirtschaftsverbands 100 % Erneuerbare Energien (der das Ziel ja ausdrücklich in seinem Namen führt) hat sich nun die Region Freiburg das 100 %-Ziel bis zum Jahr 2050 gesetzt. Die Region Freiburg ist der 1994 vertraglich fixierte politische Zusammenschluss der Landkreise Emmendingen und Breisgau-Hochschwarzwald mit dem Stadtkreis Freiburg und 71 Gemeinden. Die Mitgliederversammlung der Region Freiburg hat Ende Juni ein Positionspapier zur Klimaschutzpolitik verabschiedet und sich darin auf das 100 %-Ziel verpflichtet. Es wurde einstimmig beschlossen, einen Maßnahmenkatalog zu erarbeiten und die Entwicklung zu evaluieren. Aus Sicht unseres Wirtschaftsverbands stehen genug erfahrene Unternehmen vor Ort bereit, dieses Ziel auch deutlich früher zu erreichen.

 Alle engagierten Aktivitäten von kommunaler und regionaler Ebene können jedoch von der Bundesebene ausgebremst werden, wenn diese die falschen Rahmenbedingungen setzt. Deshalb ist die Bundestagswahl in knapp 60 Tagen eine Schicksalswahl für die Energiewirtschaft. Es geht um eine Richtungsentscheidung für die deutsche Energiepolitik mit internationaler Bedeutung. Sollte die schwarz-gelbe Bundesregierung im Amt bestätigt werden, dann droht nicht nur die Abschaffung des EEG. Der Wirtschaftsverband 100 Prozent unterstützt den Aufruf von Eurosolar und die folgenden Initiativen: www.energiewende-sichern.de; www.generationenmanifest.de/manifest; www.die-buergerenergiewende.de. Bitte werben auch Sie für den dringend erforderlichen Richtungswechsel. Danke!

Ich wünsche Ihnen erholsame Sommerferien,

Per Klabundt
Geschäftsführer des WEE 100%

Bericht von der Podiumsdiskussion zur Bundestagswahl am 17. Juli:

Energiewende in Gefahr?!

Gerade was die deutsche Energiepolitik betrifft, werden nach der Bundestagswahl am 22. September wichtige Entscheidungen fallen – in die eine oder in die andere Richtung. Der Wirtschaftsverband 100 Prozent Erneuerbare Energien (WEE 100%) und der fesa e.V.  kämpfen für eine Kurskorrektur der Bundespolitik. Deshalb lud der WEE 100% zusammen mit dem fesa e.V. am 17. Juli die Kandidatin und die Kandidaten des Wahlkreises Freiburg sowie die Bürgerinnen und Bürger aus der Region zu einer Podiumsdiskussion ins Foyer des Solar-Info-Centers ein. Andreae MdB (Grüne), Gernot Erler MdB (SPD), Sascha Fiek (FDP), Tobias Pflüger (Linke) und Manfred Hettich als Vertreter CDU-Kandidaten v. Marschall stellten sich den Fragen der Moderatoren Diana Sträuber und Per Klabundt. 80 Bürgerinnen und Bürger nahmen lebhaft teil. Die beiden Veranstalter teilten am Ende mit dem Publikum und der grünen Kandidatin sowie den Kandidaten von SPD und der Linken die Auffassung, dass die bürgernahe und dezentrale Energiewende ausgebremst zu werden droht. Ein Kurswechsel muss dringend erfolgen, denn der Klimaschutz, eine saubere Energieerzeugung und viele Arbeitsplätze sind in ernster Gefahr.

Die erste Frage an die Kandidaten lautete: Wie sind Sie zur Veranstaltung gekommen? Alle waren bezeichnenderweise mit dem PKW zum SIC gekommen. Danach wurden auf dem Podium die Themen Energieeinsparung, Energieeffizienz, Ausbau der Erneuerbaren Energien, Klimaschutz und Bürgerbeteiligung diskutiert. Zur inhaltlichen Einführung ins jeweilige Themengebiet wurde eine Quizfrage gestellt, die auch den Zuhörern vorlag zum munteren Mitraten.

Beim Thema Energieeinsparung stand die energetische Gebäudesanierung im Zentrum, bei der Energieeffizienz lag der Fokus auf dem Vorschlag von Ernst-Ulrich von Weizsäcker zur Einführung einer Energieeffizienzsteuer. Aber auch die zukünftige Rolle der Kraft-Wärme-Kopplung und die Bekämpfung des Rebound-Effekts wurden andiskutiert.

Bezüglich des weiteren Ausbaus der Erneuerbaren Energien galt das besondere Augenmerk der anstehenden Weiterentwicklung des EEG. Nur der FDP-Kandidat sprach sich für ein Quotenmodell und damit für die Abschaffung des EEG aus. Alle anderen Podiumsteilnehmer wollten am EEG festhalten, hielten aber Korrekturen für notwendig.

Wichtigster Diskussionspunkt zum Klimaschutz war der CO2-Emissionshandel, der wegen der aktuellen Zertifikatpreise überhaupt keine Wirkung erzielt. Trotzdem sprachen sich alle Podiumsteilnehmer für dieses Instrument der europäischen Klimaschutzpolitik aus und mahnten das konsequente Backloading der Zertifikate und ein explizites Nachsteuern an. Hinsichtlich der Bürgerbeteiligung wurden verschiedene Beteiligungsformen von den Kandidaten favorisiert. Auch wenn alle Podiumsteilnehmer ein Bekenntnis zur Fortführung der Energiewende abgaben, wurde schnell klar, dass die weitere Umsetzung der Energiewende nach den Vorstellungen der einzelnen Parteienvertreter in sehr unterschiedlichen Bahnen verlaufen soll.

Das Publikum nutzte dann die Gelegenheit, abschließend Fragen zu stellen und seine Gedanken und Kritik zu äußern. Die vielen Fragen und Kommentare sorgten noch für reichlich Gesprächsstoff. Scharf kritisiert wurde u.a., dass das konkrete Handeln der schwarz-gelben Bundesregierung das Gegenteil bewirke von dem, was in reinen Lippenbekenntnissen zur Energiewende geäußert werde. Gerade Christian Meyer machte anhand von vielen Einzelbeispielen deutlich, wie die Energiewende von Rösler, Altmaier und Co. schon seit langem torpediert wird. Das warf dann noch einmal im Kopf jedes einzelnen Anwesenden die Frage auf, wie glaubwürdig die Aussagen der Parteienvertreter sind. Es zählen schließlich auch in der Politik die Taten und nicht die Worte.

Energieautonome Kommunen

Bericht von der Energietour Spezial am 9. Juli 2013: Lithium-Ionen Batterien und PV-Strom

Nach Ansicht von Experten fallen PV-Anlagen in Deutschland künftig wohl eher kleiner aus und werden nicht mehr auf Ertragsmaximierung ausgelegt sein. Dank moderner Batterien liege die Zukunft der PV-Nutzung nämlich im optimierten Eigenverbrauch. Mit dieser Prognose beschäftigten sich die Teilnehmer der Energietour bei einem Besuch des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und beim Batteriehersteller Leclanché in Willstätt bei Kehl.

Der dauerhafte Erfolg von Strom aus Solaranlagen hängt nach dem stetigen Sinken der Einspeisevergütung nach EEG immer stärker von der Verfügbarkeit wirtschaftlicher Speichertechnologien ab. Einen Einblick in den Stand der Technik moderner Batteriesysteme bekamen die 35 Teilnehmer der Energietour Spezial, die von der Handwerkskammer Freiburg, der Badenova AG, dem Wirtschaftsverband 100 Prozent Erneuerbare Energien (WEE 100%) und dem Verein Klimapartner Oberrhein veranstaltet wurde.

Bei der Werksbesichtigung des Batterieherstellers Leclanché in Willstätt stellte Geschäftsführer Ulrich Ehmes die Fertigung für Lithium-Ionen Batterien vor. Um die Kosten für die Produktion von Lithium-Ionen-Batterien weiter zu senken, brauche man höhere Stückzahlen, denn bei der Automation sei man schon am Optimum angekommen, so Ulrich Ehmes, der an das aktuelle BAFA-Programm zur Förderung von Batteriespeichern positive Erwartungen knüpft. Die Wirtschaftlichkeit der Lithium-Ionen-Batterien war für viele Teilnehmer der Fachexkursion das Hauptthema, doch auch zur Technologie wurden zahlreiche Nachfragen gestellt.

Auch Dr. Andreas Gutsch, Projektleiter „Competence E“ am KIT, stellte die Bedingungen für einen wirtschaftlichen Einsatz von Lithium-Ionen-Batterien in Kombination mit PV-Anlagen ins Zentrum seines Vortrags.
Für die Zeit nach der EEG-Förderung sei PV-Strom für den Eigenverbrauch zu favorisieren, auch die Art und Weise der Auslegung von PV-Anlagen mit Speicher ändere sich, so Gutsch: „Wenn man nicht mehr ins Netz einspeist, kommt es nicht auf den maximalen Ertrag an, sondern auf den Lastgang des Verbrauchers. Der Lastgang kann entweder im Hinblick auf Autarkie oder „Peakshaving“, also das Vermeiden von Lastspitzen, optimiert werden. Dazu braucht man allerdings detaillierte Daten.“

Das KIT betreibt auf seinem Campus Nord in Karlsruhe eine 37 kWp-Anlage mit einem Lithium-Ionen-Speicher. Den Abschluss der Energietour bildete die Besichtigung dieser Anlage in Verbindung mit einer Visite der im Aufbau befindlichen Testproduktion für Lithium-Ionen-Zellen.

Erfolg vor Gericht!

Der Wirtschaftsverband 100 Prozent Erneuere Energien beglückwünscht zwei seiner streitbaren Gesellschafter zum Erfolg vor Gericht!

Im Juni 2011 hatte der Deutsche Bundestag durch eine Änderung der Stromnetzentgeltverordnung stromintensive Unternehmen unter bestimmten Voraussetzungen von den Netzentgelten befreit. Daraufhin klagten unsere Gesellschafter EWS Schönau und badenova zusammen mit anderen Netzbetreibern dagegen, dass die Netzentgelte seit Anfang August 2011 auf alle anderen deutschen Stromkunden umgelegt wurden. Das Oberlandesgericht Düsseldorf gab den Klägern recht: In seiner Urteilsbegründung bewertete das Gericht die Netzentgeltbefreiung als rechtswidrig und unwirksam.

Die beklagte Bundesnetzagentur kann innerhalb eines Monats Beschwerde einlegen gegen das OLG-Urteil vom 11. Juli.

 

Neue Assistenz der Geschäftsführung

Seit dem 1. Juli unterstützt Ann-Marie Hartmann als Assistentin der Geschäftsführung den Wirtschaftsverband 100 Prozent. Frau Hartmann hat ihr Studium mit einem Bachelor in Umwelt-und Betriebswirtschaft an der FH Trier -Umweltcampus Birkenfeld - und einem Master in nachhaltigem Tourismusmanagement an der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde abgeschlossen. Seit Herbst 2011 arbeitet sie bereits im SIC: Für die PSE AG ist sie tätig im Bereich Konferenzmanagement (internationale solartechnische Konferenzen).

Frau Hartmann freut sich, sich beruflich für ein Thema einzusetzen, welches ihr sehr am Herzen liegt. Und der Geschäftsführer ist erfreut, dass der WEE 100 % mit Ann-Marie Hartmann eine sehr engagierte und kompetente neue Mitarbeiterin gewinnen konnte.

 

 

Terminkalender

  • DI 10. September 2013
    Netzwerkabend der Projektplattform des Wirtschaftsverbands 100 Prozent.
    Interne Veranstaltung für Mitgliedsunternehmen in Freiburg.

  • Mo 23. - Mi 25. September 2013
    Conference on Solar Heating and Cooling for Buildings and Industry
    Konzerthaus Freiburg, Konrad-Adenauer-Platz 1

  • MI 2. Oktober 2013 - ca. 14-19 Uhr
    Energie Tour 4-2013: Energiemanagement in Planung und Praxis – mit Konzept zum Effizienzergebnis

    Veranstalter: Handwerkskammer Freiburg, badenova, WEE 100 % und Klimapartner Oberrhein e.V.

    Das Programm, der Anmeldelink und weitere Informationen werden später veröffentlicht.

  • SO 20. Oktober 2013 - 10 - 18 Uhr
    Elementa 21- Regionale Energiemesse für Endverbraucher
    Fritz-Boehle-Halle, Emmeningen

  • MI 23. Oktober 2013
    Solar Summit 2013
    Konzerthaus Freiburg, Konrad-Adenauer-Platz 1
  • DO 24. - FR 25. Oktober 2013
    FVEE-Jahrestagung 2013
    Konzerthaus Freiburg, Konrad-Adenauer-Platz 1

  • MI 20. - DO 21. November 2013
    MWT Workshop
    Konzerthaus Freiburg, Konrad-Adenauer-Platz 1

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