Wirtschaftsverband 100 Prozent Erneuerbare Energien

Wirtschaftsverband 100 Prozent Erneuerbare Energien

Newsletter Oktober 2013

Inhalt

  • Editorial
  • Bericht vom Netzwerkabend am 10. September
  • Bericht von der Energietour 4: Energiemanagement am 2. Oktober
  • Vorstellung der Neumitglieder
  • Verdiente Würdigungen: Ursula Sladek, Franz Alt und Rainer Schüle
  • Erinnerung: Bewerben für den Georg Salvamoser Preis bis zum 15. November
  • Terminkalender

Liebe Mitglieder und Freunde des Unternehmensnetzwerks 100 Prozent,

die Diskussion zur Energiewende verengt sich auch in diesen Tagen einmal mehr nur auf den stromseitigen Ausbau der Erneuerbaren Energien. Dabei wird nicht zuletzt von (Noch-)Umweltminister Altmaier der Eindruck erweckt, dass der Ausbau viel zu schnell vonstattenginge und man diesen abbremsen müsse.

Wir verstehen unter Energiewende mehr als den Atomausstieg und den gemächlichen Ausbau der Erneuerbaren Energien. Energieeinsparung und Energieeffizienz bei der Herstellung von Wärme, Antriebsenergie und Strom und bei der Nutzung dieser Energieformen wurden in den letzten Jahren sträflich vernachlässigt. Die alte Bundesregierung hat deshalb auch alle selbstgesteckten Ziele in den Bereichen Energieeinsparung und Energieeffizienz verfehlt.

Für die allermeisten Privathaushalte stellen die stetig steigenden Heizkosten ein viel größeres Problem dar als die Erhöhung der EEG-Umlage um einen Cent zum Jahreswechsel, weil der Anteil der Stromkosten an den Energiekosten viel weniger ausmacht als der Heizkostenanteil. Trotzdem sind laut einer vor kurzem veröffentlichten Umfrage der Deutschen Energie-Agentur GmbH (Dena) 38 % der Befragten der Meinung, dass die meiste Energie im Haushalt für die Nutzung von Elektrogeräten erforderlich ist. Dabei benötigen Elektrogeräte im Durchschnittshaushalt nur neun Prozent der Energiemenge.
Wir brauchen gerade im thermischen Bereich viel mehr Effizienz und den Einsatz Erneuerbarer Energien. Und wir benötigen viel mehr Einsparung, um die Kosten, den CO2-Ausstoß und eine dezentrale Versorgung in den Griff zu bekommen. Mit der jetzt erfolgten Novellierung der Energieeinspar-Verordnung (EnEV 2014) wurde leider wegen der zu üppig gewährten Ausnahmeregelungen wieder eine Chance vertan.

Die kaum noch überschaubaren Vorschläge zur Zukunft des EEG (eine gute Übersicht finden Sie hier: http://blog.metropolsolar.de/2013/10/energiemarkt-reform-der-grose-basar/) reichen von der sinnvollen Weiterentwicklung des Umlagemechanismus und der Beseitigung von Befreiungen bis hin zur Abschaffung des EEG. Eine damit verbundene Reform des CO2-Emissionshandels ist auf jeden Fall nötig, um folgenden skandalösen Zustand zu beenden: Gewinner der EEG-Entwicklung in den letzten Jahren sind die Atom- und Kohlekraftwerke (Quelle: Studie von Energy Brainpool im Auftrag von Greenpeace).

Sonnige Grüße,

Per Klabundt
Geschäftsführer des WEE 100%

Bericht vom Netzwerkabend des Wirtschaftsverbands am 10. September

Direkt nach den Sommerferien hatte der Wirtschaftsverband 100 Prozent seine Verbandsmitglieder zum Netzwerkabend eingeladen. „Neue sowie innovative Projekte und Geschäftsmodelle in der regionalen Energiewirtschaft“ und wie man diese entwickelt und umsetzt – das war das Thema des gut besuchten Abends am 10. September. Anke Held, die Leiterin des Innovationsfonds Klima- und Wasserschutz der badenova AG, erläuterte was der Innovationsfond ist und wie dieses wichtige regionale Instrument für potentielle Projektantragssteller zu nutzen ist. Im Anschluss referierte Dr. Harald Schäffler (Schäffler Consult) sehr unterhaltsam über die „Entwicklung neuer Geschäftsmodelle in der Energiewirtschaft“. Den Vorträgen folgte eine äußerst angeregte Diskussion der Teilnehmer, die bei einem kleinen Imbiss und einem Glas Wein in den Räumlichkeiten des badenova-Regionalcenters in Freiburg fortgesetzt wurde.

Mit diesem Auftakt der Reihe Projektplattformen will der Wirtschaftsverband ein nichtöffentliches Forum des Informationsaustausches bieten. Ein Ort zum Kontaktknüpfen, zum Vernetzen und zum Präsentieren und Erörtern von Projektideen soll damit verbandsintern entstehen. Die Rückmeldungen der Teilnehmer belegten, dass es im ersten Anlauf gelang, inhaltliche Impulse und Informationen mit der Gelegenheit zum persönlichen Gedankenaustausch in netter Atmosphäre zu verknüpfen.

Bericht von der Energietour 4: Energiemanagement am 2. Oktober

Die vierte Energietour des Jahres 2013 widmete sich dem Thema „Energiemanagement in Planung und Praxis – mit Konzept zum Effizienzergebnis“ und führte nach Weil am Rhein. Zusammen mit der Handwerkskammer Freiburg, der badenova und dem Verein Klimapartner Oberrhein hatte unser Wirtschaftsverband zur Fachexkursion im Rahmen der erfolgreichen Reihe „Regionale Wendepunkte“ eingeladen. Erste Station war die Produktionsstätte der Firma ARaymond in Weil am Rhein. Die ARaymond Group ist eine internationale Unternehmensgruppe der Automobilzulieferindustrie. Markus Müller, Leiter des Energiemanagements bei ARaymond, gab uns einen Einblick in die Energiesparmaßnahmen, die das Unternehmen an seinem Standort in Weil am Rhein umgesetzt hat. Im Fokus des Vortrags und der anschließenden Werkführung stand die Planung und Umsetzung eines modernen und effizienten Beleuchtungskonzeptes. Beauftragt wurde hiermit die Firma Wintermayr Energiekonzepte Systemtechnik GmbH, die seit über 15 Jahren Beleuchtungsanlagen in ganz Deutschland optimiert. Mit über 800 erfolgreich installierten Projekten im Industriebereich verfügt das Unternehmen über eine umfassende Erfahrung in diesem Bereich. Im Rahmen des neuen Beleuchtungskonzepts wurden bei ARaymond ein hunderte von veralteten Lampen mit energieeffizienten Leuchtstoffröhren und intelligenten Reflektorsystemen ersetzt. Allein am Standort Weil werden nun jährlich rund 520.000 Kilowattstunden Strom und die entsprechenden Kosten eingespart.

Zweite Station der Energietour war die neu gebaute Feuerwache der Stadt Weil am Rhein - ein Projekt, das vom Innovationsfond der badenova gefördert wurde. Das Ziel der städtischen Baumaßnahme, eine klimaneutrale Wache zu erstellen und zu betreiben, war eine besondere Herausforderung. Innovative, klimafreundliche Gebäude sind in der Praxis oft weniger energieeffizient als sie geplant und berechnet wurden. Das liegt einerseits häufig am Nutzerverhalten, zum anderen sind für solche Pilotprojekte Prognosen wegen fehlender Vergleichsdaten meist nur schwer möglich. Thomas Klug, der Umweltberater der Stadt Weil, berichtete von den gewonnenen Erkenntnissen und Erfahrungen. Beim Neubau der Feuerwache hatte die Stadt Weil diese Problematik erkannt und ihr Konzept eines klimaneutralen Gebäudes mit einem Qualitätsmanagement ergänzt.

Der Neubau ersetzt nun fünf Altbauten mit schlechter Energiebilanz und integriert gleichzeitig den städtischen Betriebshof. Eine Grundwasserwärmepumpe, eine thermische sowie eine PV-Anlage decken den Energiebedarf, der 30 % unter den aktuellen Standards liegt. Obwohl der Strombedarf durch Maschinen und Geräte groß ist, deckt die Photovoltaikanlage die Hälfte davon. Weiterhin sparen die Weiler Energie, in dem sie auf ein zentrales Warmwassernetz verzichten und das Wasser dezentral erwärmen. Die klimaneutrale Feuerwache demonstriert mit ihrer jährlichen Einsparung von 95 Tonnen CO2, wie ein durchdachtes Qualitätsmanagement über die Bauphase hinaus klimafreundliche Techniken noch optimieren kann.

Als Abschluss der Tour referierte Thomas Koch von der Firma Energieberatung SDL aus Engen (Hegau) über "Energiemanagement – Investition mit Rendite!". Der erfahrene Energieberater berichtete zum einen aus der Praxis, zum anderen gab er den Teilnehmern der Tour einige sehr grundlegende und lohnende Gedanken zum betrieblichen Energiemanagement mit auf den Heimweg.

Thema der nächsten Energietour am Mittwoch, dem 6. November (13.00 bis 18.30 Uhr), ist die Holzvergasung.

Neue Mitglieder im Verband

Der Wirtschaftsverband 100 Prozent Erneuere Energien begrüßt zwei neue Mitglieder in seinen Reihen:

QUMsult

QUMsult bietet seinen Auftraggebern ein breites Spektrum an integrierten Dienstleistungen von der Analyse über die Implementierung bis hin zur Anwendungsbegleitung insbesondere von Managementsystemen an. Die Mitarbeiter von QUMsult sind Fachleute aus unterschiedlichen Disziplinen. Sie beraten Firmen in den Bereichen Qualitäts- und Umweltmanagement sowie Arbeitsschutz und schulen auch die Mitarbeiter der Unternehmen. Die Einführung der Managementsysteme und die entsprechenden Zertifizierungen (ISO 9001, ISO / TS 16949, ISO 13485, ISO 14001 sowie EMAS (EG-Öko-Audit-Verordnung) und ISO 50001) sind das Kerngeschäft der GbR, die die Teilmanagementgebiete Qualität, Umwelt und Arbeitsschutz unter Berücksichtigung ökonomischer Aspekte integriert.

Der Geschäftsführer Thomas Wacker organisiert gemeinsam mit seinen Kollegen ehrenamtlich auch den Freiburger Nachhaltigkeitszirkel.

 

Zukunftsinitiative Haustechnik Hans-Dieter Betting

Hinter der Zukunftsinitiative Haustechnik steht Hans-Dieter Betting, der von Emmendingen aus eine regionale Handelsvertretung für technische Gebäudeausrüstung (SOLVIS, AEREX u.a.) leitet. Die Beratung von Bauherren, Architekten, Fachhandwerkern und Bauträgern über die Auslegung und Installation von thermischen Solaranlagen, Regenwassernutzungsanlagen und Lüftungsanlagen und die Nutzung von Holzpelletöfen gehört zum Hauptgeschäft des erfahrenen Handelsvertreters.

Verdiente Würdigungen: Ursula Sladek, Franz Alt und Rainer Schüle

Wir gratulieren unserer Gesellschafterin Ursula Sladek herzlich zum Deutschen Umweltpreis 2013! Der von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt verliehene Preis ist mit 500.000 Euro die höchstdotierte Umweltschutzauszeichnung Europas. Ursula Sladek erhält den Preis dieses Jahr zusammen mit der Ökodämmmatten-Herstellerin Carmen Hock-Heyl.

Es liegt nun schon etwas zurück, aber wir wollen nicht vergessen, es zu würdigen: Franz Alt wurde am 17. Juli 75 Jahre alt. Der Wirtschaftsverband 100 Prozent gratuliert seinem Kurator herzlich und wünscht viele weitere gesunde Jahre voller Engagement und Lebenslust!

Und auch unserem Beirat Rainer Schüle, dem Geschäftsführer unseres Verbandsmitglieds Energieagentur Regio Freiburg, gratulieren wir herzlich: zur Würdigung seines Wirkens durch die Wahl zum stellvertretenden Vorsitzenden des Bundesverbands der Energie- und Klimaschutzagenturen Deutschlands (EAD).

Erinnerung: Bewerben für den Georg Salvamoser Preis bis zum 15. November

2014 jährt sich zum fünften Mal der Todestag des viel zu früh verstorbenen Unternehmers und Solarpioniers Georg Salvamoser. Das Bewerbungsportal für den nach ihm benannten Preis steht im Internet wieder offen. Bis zum 15. November 2013 sind Bewerbungen online unter www.georg-salvamoser-preis.de möglich.

Erneut werden Wegbereiter und Pioniere der Energiewende gesucht, die sich mit innovativen Projekten für eine 100% erneuerbare Energieversorgung engagieren. Mit einem Preisgeld von 50.000 EUR ist der zum dritten Mal ausgelobte Georg Salvamoser Preis einer der bestdotierten Umweltpreise im deutschsprachigen Raum. Weitere Informationen finden Sie unter www.georg-salvamoser-preis.de.

Terminkalender

 

Oktober 2013

 

 November 2013

  • Mi 6. Nov 2013 - 13:00 - 18:30
    Energietour, Thema: Holzvergasung
  • MI 20. - DO 21. Nov 2013
    MWT Workshop
    Konzerthaus Freiburg, Konrad-Adenauer-Platz 1

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