Wirtschaftsverband 100 Prozent Erneuerbare Energien

Wirtschaftsverband 100 Prozent Erneuerbare Energien

Newsletter Juni 2015

 

Inhalt

• Editorial

• Aktuelles

• GETEC und Intersolar 2015

• Bericht von der Energietour 2-2015 Energetische Abfallnutzung

• Bericht vom Netzwerkabend am 12. Juni

• Neumitglied MM Energiesysteme

• Termine

---

Liebe Mitglieder und Freunde des Wirtschaftsverbands 100 Prozent,

aus Sicht der Erneuerbaren Energiewirtschaft läuft momentan vieles falsch. Beim Klimawandel, bei der Bekämpfung des Klimawandels und bei der Energiepreisentwicklung geht der Trend in die falsche Richtung. Die besorgniserregenden Entwicklungen und die Gründe dafür sind wirtschaftlicher und ökologischer Natur. Letztlich hängt es an den politischen Rahmenbedingungen in Deutschland und der Welt, dass weder Ökonomie noch Ökologie funktionieren. Einen möglichen wirtschaftlichen Lösungsansatz haben wir verbandsintern diskutiert, viel Vergnügen beim Lesen dieser und der anderen News.

Sonnige Grüße,
Ihr

Per Klabundt
Geschäftsführer
Wirtschaftsverband 100 Prozent

---

Aktuelles

Großhandelsbörsenpreis für die Kilowattstunde sinkt weiter

Der Übertragungsnetzbetreiber Tennet hat jetzt in einer Studie festgestellt, dass der Großhandelsbörsenpreis für die Kilowattstunde an der deutschen Strombörse in Leipzig im letzten Jahr auf durchschnittlich 3,3 Cent und damit um 12 % gesunken ist. Gründe dafür sind laut Tennet-Marktanalyse zum einen der zurückgehende Stromverbrauch und zum anderen das wachsende Angebot von Ökostrom. Der deutsche Börsenstrompreis ist der niedrigste in ganz Europa. Auch diese Tatsache führte bereits 2013 dazu, dass industrielle Großkunden und energieintensive Unternehmen nur 4,8 Cent pro Kilowattstunde als Endpreis bezahlten wie das Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft berechnete. Dagegen bezahlt der Normalverbraucher für die gleiche Kilowattstunde inzwischen 28 Cent, auch weil er die Netzentgelt- und EEG-Umlagen-Befreiung der Industrie mitträgt. Beide Preise - die 4,8 und die 28 Cent – sprechen nicht die ökonomische und ökologische Wahrheit, da sie durch direkte und indirekte Subventionen und Umlagemechanismen verzerrt werden. Zudem werden die Kosten für Klima- und Umweltschäden nicht eingerechnet. Eine Folge dieser politisch verzerrten Marktmechanismen besteht darin, dass Deutschland viel klimaschädlichen Kohlestrom exportiert (z.B. von RWE).

Quelle: http://www.jungewelt.de/2015/06-02/029.php

32 Energie-Konzerne sind für 31 % der globalen CO2-Emmissionen verantwortlich

Von der deutschen zur globalen Perspektive: Eine gemeinsame Studie des Medienunternehmens Thomson Reuters und der Beratungsfirma BSD Consulting hat für die Jahre 2010 bis 2013 nachgewiesen, dass nur 32 Energie-Konzerne (u.a. Öl- und Gasfirmen wie BP, Shell und Gazprom sowie der Atom- und Kohlestromkonzern RWE) für 31 % der globalen CO²-Emmissionen verantwortlich sind. Die Herausgeber der Studie recherchierten, dass im untersuchten Vierjahreszeitraum die 32 Großverschmutzer der Atmosphäre für 1,3 Prozent mehr Treibhausgase jährlich sorgten. Die Autoren sind überzeugt, dass die "dramatisch" gefallenen Preise für konventionelle Energieträger die Ursache für das ungebremste Ansteigen der Emissionen sind. Dadurch fehle sowohl bei den fossilen Energie-Konzernen als auch bei den Verbrauchern jeder Anreiz, sein Verhalten oder das bisherige Geschäftsmodell zu verändern.

Klimaschädliche Energie ist scheinbar billig, weil sie weder ökologisch noch ökonomisch zum wahren Preis auf dem Markt gehandelt wird. Würde die Politik die umweltschädlichen Subventionen einstellen und die Folgekosten der Verbrennung fossiler Energieträger zur Energieerzeugung einpreisen, dann sähe unsere Welt ganz anders aus. Würden die Energiekosten die ökonomische und ökologische Wahrheit sprechen, könnte der Klimawandel effektiv bekämpft werden.

Steuerungsinstrument könnte CO2-Steuer sein

Ein wirksames Steuerungsinstrument könnte eine CO2-Steuer sein, wie sie u.a. vor kurzem der 4. Internationale Konvent der Umweltpreisträger in Freiburg gefordert hat. Wir haben auf unserem letzten Netzwerkabend darüber leidenschaftlich diskutiert. Anders als der nicht einmal im Ansatz funktionierende europäische CO2-Emissionshandel, der „Verschmutzungsrechte“ als Zertifikate handelt, bestraft eine CO2-Steuer direkt und unvermeidbar die Klimaschädigung und preist diese damit in die Energiekosten ein. Aus meiner Sicht lohnt es sich, für eine Einführung der CO2-Steuer in Deutschland, Europa und weltweit zu kämpfen. Was halten Sie davon?

---

GETEC und Intersolar 2015

Der Wirtschaftsverband 100 Prozent Erneuerbare Energien war auch 2015 Kooperationspartner der GETEC 2015, die vom 27. Februar bis zum 1. März auf dem Freiburger Messegelände stattfand. Zusammen mit den vier Unterausstellern GLS Bank, Energy Consulting Christian Meyer, Energossa und dem Solar Info Center (Center Service) waren wir mit unserem Stand drei Tage lang auf der regionalen Messe zu den Themen Gebäude.Energie.Technik vertreten. Rund 9500 Besucherinnen und Besucher und damit ca. 12 % mehr als im Vorjahr informierten sich bei rund 170 Ausstellern. Fachkundige Beratung erhielt das Messepublikum auch auf dem Marktplatz Energieberatung, in zahlreichen Vorträgen sowie Bauherren- und Nutzerseminaren.

Veranstalter der inzwischen achten Auflage der GETEC waren unser Verbandsmitglied Solar Promotion GmbH aus Pforzheim und die FWTM, die auch gemeinsam die Intersolar in München ausrichten. Die GETEC-Veranstalter und der Wirtschaftsverband 100 Prozent Erneuerbare Energien laden interessierte Mitglieder zur Intersolar Europe 2015 nach München ein, die vom 10. bis 12. Juni (Mittwoch bis Freitag) stattfinden wird.

Die seit dem Jahr 2000 organisierte Intersolar Europe ist mit rund 1.000 Ausstellern und ca. 40.000 Besuchern die weltweit führende Fachmesse für die Solarwirtschaft. Mit folgendem Gutschein-Code können Sie im Online-Vorverkauf ein kostenloses Tagesticket generieren: GETEC2015.

Lösen Sie einfach unter Online-Ticket-Reservierung Ihr kostenloses Tagesticket mit dem genannten Gutschein-Code ein. Weitere Informationen zur Intersolar finden Sie hier.

---

Bericht von der Energietour 2-2015 "Energie aus Reststoffen – zu schade zum Entsorgen"

Abfälle, vornehmer als Reststoffe bezeichnet, sind auch Energieträger. Die Erkenntnis, dass und wie man aus Abfällen noch möglichst viel Energie zurückgewinnen kann, nimmt immer mehr zu. Daher standen zwei von innovativen Unternehmen betriebene Leuchtturmprojekte im Mittelpunkt der zweiten Energietour 2015. Die Tour wurde am 6. Mai vom bewährten Team der badenova, der Handwerkskammer Freiburg, dem Wirtschaftsverband 100 Prozent Erneuerbare Energien und dem Verein Klimapartner am Oberrhein organisiert und ausgerichtet.

Zunächst fuhren wir nach Ringsheim zur mechanisch-biologischen Abfallbehandlungsanlage des Zweckverbands Abfallbehandlung Kahlenberg (ZAK). Glen Tobiason, ZAK-Immissionsschutz- und Systembeauftragter, führte uns durch die Gesamtanlage und erläuterte die fünf patentierten Prozessschritte, in denen aus dem Hausmüll der Landkreise Emmendingen und Ortenau die Produkte Biogas und Ersatzbrennstoffe entstehen. In einer der wenigen funktionierenden mechanisch-biologischen Anlagen Deutschlands wird seit 2006 eine wesentlich höhere Energieausbeute als in den gängigen Anlagen der Restmüllbehandlung erzielt – und das zu sehr geringen Abfallgebühren. Mit dem erzeugten Biogas wird durch Verbrennung im eigenen BHKW Strom und Wärme fürs angeschlossene Nahwärmenetz gewonnen.

Auch unsere zweite Station, der Energieberg Eichelbuck, auf dem bis 2005 die Freiburger Haushaltsabfälle deponiert wurden, leistet einen wesentlichen Beitrag zur Schonung endlicher Ressourcen. Dies erläuterten der Geschäftsführer Michael Broglin und der Prokurist Andreas Sawatzki von der Abfallwirtschaft und Stadtreinigung Freiburg GmbH (ASF) den Tour-Teilnehmern und -Teilnehmerinnen im Detail: Auf dem ehemaligen Deponiegelände steht nicht nur Freiburgs größte Solaranlage; hier wurden und werden verschiedene innovative Anlagen zur energetischen Verwertung von Grünschnitt-Abfällen, Deponiegas und Speiseresten aus der Gastronomie errichtet. In geschickter Verknüpfung werden Holzhackschnitzel verfeuert, Bio-Kohle in einer Pyrolyseanlage produziert und Biogas aufbereitet. An einem wunderbaren sonnigen Frühlingsabend genoss die Energietour-Gruppe auf dem südlichen Gipfelplateau des Energieberges den Ausblick, Imbiss und Getränke sowie einen Fachvortrag zum Thema „Das energetische Potenzial in der kommunalen Abfallwirtschaft“. Der Vortrag, die Fragerunde und die anschließenden Gespräche fanden im neuen Pavillon statt, der den vorbildlichen Wandel vom Abfall- zum Energieberg Eichelbuck in den letzten zehn Jahren veranschaulicht.

Rückblick

Ein Bericht von der ersten Energietour „Intelligente Effizienz rund um unsere Lebensmittel“ finden Sie auf unserer Webseite unter http://www.wee100prozent.de/bericht-von-der-ersten-energietour-2015/

Ausblick Energietouren 2015

Unsere nächste Energietour (Energietour 3-2015 „Zeitgemäße Klimatisierung von Gewerbebauten – Wohlfühlklima mit wenig Energieeinsatz“) findet statt am Dienstag, den 23. Juni 2015, Start 13 Uhr.

Den Überblicksflyer für 2015 finden Sie auf unserer Website. Ziel und Idee der Touren ist es, Entscheidungsträger aus allen relevanten Branchen mit den Umsetzern der Energiewende sowie innovativen Klimaschützern der Region zusammenzubringen.

---

Bericht vom Netzwerkabend des WEE 100 Prozent

Vernetzung und Kontaktpflege, spannende Diskussionen und ein geselliges Beisammensein bei Speis und Trank: Mit dieser bunten Mischung waren wir zu Gast bei der Energieagentur Regio Freiburg. Der Wirtschaftsverband 100 Prozent hatte am 12. Mai in den schönen Besprechungsraum der Energieagentur im fünften Stock des Solar Info Centers zum Netzwerkabend eingeladen und zwölf Energieexperten kamen, zehn Verbandsmitglieder und zwei Interessenten.

Nachdem Rainer Schüle und Thomas Bauer die Arbeit der Energieagentur Regio Freiburg und aktuelle Projekte präsentiert hatten, stellten die übrigen Anwesenden sich und ihre Unternehmen vor, darunter auch das neue Verbandsmitglied Michael Mager (MM Energiesysteme, s. Meldung unten). Schon während der Vorstellungsrunde begann die inhaltliche Debatte. Die Auswirkungen der Neufassung des Erneuerbare-Wärme-Gesetzes Baden-Württemberg waren der Auslöser.

Dann wurde von mir in das von Martin Ufheil angeregte Diskussionsthema des Abends, die Einführung einer CO2-Steuer, eingeführt: Mitte März hatten über 100 Umweltpreisträger auf ihrem vierten internationalen Konvent in Freiburg einen Appell entworfen und unterzeichnet, in dem sie die Regierungen auffordern, eine CO2-Emissionssteuer einzuführen und die Subvention fossiler Brennstoffe zu stoppen. Unser Kurator Eicke R. Weber vom Fraunhofer ISE hatte diesen Appell initiiert (Quelle: European Environment Foundation 2015, www.european-environment-foundation.eu/startseite/1/de/home.html).

Im Kern drehte sich die engagiert geführte Diskussion um die Fragen, ob und wenn wie eine CO2-Steuer politisch durchgesetzt werden könnte. Auch die in diesen Fragen skeptischen Teilnehmer stellten den grundsätzlichen Sinn und Nutzen eines solchen politischen Steuerungsinstruments nicht in Frage.

---

Neues Mitglied im Verband

Der Wirtschaftsverband 100 Prozent Erneuere Energien begrüßt ein neues Mitglied in seinen Reihen:

Unser jüngstes Verbandsmitglied ist die Firma MM Energiesysteme aus Freiburg. Dipl.-Ing. (FH) Michael Mager hat die MM Energiesysteme als Dienstleistungsunternehmen für die Konzeption und Umsetzung von individuellen Anlagen zur dezentralen Stromerzeugung gegründet. Das Unternehmen unterstützt Kunden dabei, sich autark mit elektrischem Strom aus regenerativen Energiequellen zu versorgen. Als Kraftwerk für die Erzeugung von sauberem Strom setzen sie hierbei überwiegend auf Photovoltaik-Anlagen, gekoppelt mit hoch effizienten Batteriespeichern. Der Service von MM Energiesysteme umfasst die Beratung, Planung und Montage von Anlagen. Auch nach der Installation sind sie Ansprechpartner und übernehmen den Service und die Wartung. MM Energiesysteme bedienen sowohl gewerbliche, als auch private Kunden mit Einfamilienhäusern.

mm-energiesysteme.de

---

Termine

Auch die nächsten Wochen bieten wieder viele Gelegenheiten, eine ganze Reihe hochinteressanter Veranstaltungen in Freiburg und München zu besuchen.

5. Kongress Energieautonome Kommunen

Im Juni findet der 5. Kongress Energieautonome Kommunen im Solar Info Center Freiburg statt. Mit vier Workshops am ersten Tag, dem Kongresstag mit vier Foren am zweiten Tag sowie Exkursionen am dritten Tag bietet der Kongress eine breite Palette von Themen und Impulsen rund um die lokale Energiewende.
Der Wirtschaftsverband 100% Erneuerbare Energien Regio Freiburg ist wie jedes Jahr Kooperationspartner.

Intersolar 2015 vom 10. bis 12. Juni in München

Die Intersolar Europe findet jährlich auf der Messe München statt. Sie ist die weltweit führende Fachmesse für die Solarwirtschaft und ihre Partner. Die Fachmesse konzentriert sich auf die Bereiche Photovoltaik, PV-Produktionstechnik, Energiespeichersysteme und Regenerative Wärme. Über unseren Verband können Sie ein kostenloses Tagesticket einlösen (s. oben).

Weitere Veranstaltungen zum Thema Energie finden Sie in unserem Terminkalender:
http://www.wee100prozent.de/termine/

---

Newsletter

Diesen Newsletter dürfen Sie selbstverständlich an Kollegen, Freunde und Bekannte weiterleiten. Wollen Sie diesen Newsletter in Zukunft nicht mehr erhalten, klicken Sie bitte unten auf den Link "Newsletter abbestellen".